Warum zu einem ergonomischen Arbeitsplatz auch ergonomische Software gehört

Mann mit Rückenschmerzen trotz ergonomisch gestalteten ArbeitsplatzRücken­schmerzen gehören zu den verbreitetsten Volks­krankheiten in Deutschland. Um Verspannungen, Hexenschuss oder Band­scheibenvorfall vorzubeugen wird heute viel Zeit und Geld in einen ergonomischen Arbeitsplatz investiert. Dabei denken die meisten wohl an ergonomische Büromöbel und auch an ihre Sitzposition, bzw. ab und zu mal Aufzustehen oder Herumzulaufen. Aber Rückenschmerzen haben sehr oft psychosomatische Ursachen, wie zum Beispiel Stress und dagegen hilft die richtige Sitzposition nur wenig.

Vermutlich kann jeder den Stress nachvollziehen: Man muss ganz dringend ein Ergebnis abliefern, aber das Programm das wir dazu brauchen lässt sich nicht starten, stürzt ab oder unser Notebook beschäftigt sich damit eine Sanduhr nach der Anderen anzuzeigen. Ein anderes Mal sind wir genervt weil die Software die wir verwenden sollen zum Lösen der Aufgabe nur bedingt geeignet, bzw. extrem umständlich zu bedienen ist.

Kann man diesen Stress verhindern? Ja, mit ergonomischer Software.

Was ist Ergonomie?

Ergonomie (aus dem altgriech. ergon, „Arbeit“ und nomos, „Regel“, „Gesetz“) beschäftigt sich mit der Optimierung der Arbeitsbedingungen, insbesondere in Bezug auf die Vermeidung gesundheitlicher Schäden. Die Belastung des arbeitenden Menschen soll dabei so gering wie möglich gehalten werden unter Einsatz technischer, medizinischer, psychologischer sowie sozialer und ökologischer Erkenntnisse.

Was bedeutet das in Bezug auf Software?

Falsche oder fehlerhaft programmierte Software kann zu physischen Belastungen, wie zum Beispiel Übermüdung der Augen aber auch psychischen wie zum Beispiel Frustration, Überforderung oder Stress führen. Diese Belastungen gilt es zu verhindern, bzw. zu minimieren.

Die Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV) stellt u.a. im Anhang folgende Anforderung an das Zusammenwirken von Mensch und Arbeitsmittel: „Die Grundsätze der Ergonomie sind insbesondere auf die Verarbeitung von Informationen durch den Menschen anzuwenden.“

Natürlich gibt es auch eine Norm zu diesem Thema. Die DIN EN ISO 9241 beschäftigt sich mit ergonomischen Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten und Teil 110 speziell mit den Grundsätzen zur Dialoggestaltung.

Folgende Grundsätze wurden von der Norm für die Dialoggestaltung festgelegt:

Wie überprüft man ob Software ergonomisch ist?

Im Zuge eines Usability Tests durch Experten werden u.a. die Grundsätze zur Dialoggestaltung aus der DIN EN ISO 9241:110 überprüft. Durch diese Tests kann die Softwareergonomie und damit die Usability des Produktes verbessert werden.

Fazit

Die Belastungen am Arbeitsplatz sind Vielschichtig. Es gibt nicht nur physische Belastungen durch falsche Haltung oder Beleuchtung, … sondern auch psychische zum Beispiel durch Stress, Frustration oder Überforderung. Aus diesem Grund sollten Arbeitsplatz und zu verwendende Software ergonomisch gestaltet sein. Produzenten, die ihre Software nach ergonomischen Grundsätzen entwickeln haben einen Markvorteil gegenüber ihren Konkurrenten. Viele Produkte bieten ähnliche Funktionen, Kunden ziehen jedoch auch ergonomische Aspekte und dadurch mehr Benutzerfreundlichkeit als Kriterium für ihre Kauf- und  Anwendungsentscheidung eines bestimmten Produktes heran.

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3 thoughts on “Warum zu einem ergonomischen Arbeitsplatz auch ergonomische Software gehört

  1. Hallo,

    interessant wäre gewesen, wenn in Ihrem Artikel klar hervorgeht, wie eine solche Software aufgebaut ist. Das Thema wurde angeschnitten, aber nicht tiefgründig wiedergegeben. Ich finde es schade, da ich das Thema an sich sehr interessant finde.

    Vielleicht könnte man noch detailierter auf die Software eingehen!

  2. Hallo,
    vielen Dank für die Anregung. Auch ich finde das Thema Usability und Softwareergonomie sehr interessant, obwohl es leider von vielen Firmen vernachlässigt wird. Ursprünglich wollte ich etwas genauer auf ergonomischen Softwareaufbau eingehen und erklären wie die einzelnen Dialoggrundsätze umgesetzt werden müssen, allerdings hätte ich damit den Rahmen eines Blogs gesprengt. Aus diesem Grund habe ich mich dafür entschieden in den nächsten Blogs auf die Grundsätze der Softwareergonomie genauer einzugehen. Zwei Blogs sind bereits veröffentlicht und in den kommenden Monaten werde ich auf die übrigen Grundsätze detaillierter eingehen. Um das Lesen des alten Blogs zu vereinfachen werde ich die entsprechenden Themen sukzessive mit den neuen Blogbeiträgen verlinken.
    Zu folgenden Themen habe ich bereits einen eigenen Blog veröffentlicht:
    Effizienter Arbeiten durch Aufgabenangemessenheit
    Warum der Anwender die Software steuern sollte und nicht umgekehrt
    Nächste Woche kommt der Blogbeitrag zur Erwartungskonformität.
    Viele Grüße
    Sabine Büchner

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