Testüberdeckungsgrad: Geschätzt oder doch berechnet?

Geschäftsmann mit einer Glaskugel mit deren Hilfe er den Testüberdeckungsgrad ermitteln willDem Testmanger wird oft unterstellt, dass er viele für den Test benötigten Zahlen nicht berechnen kann und deshalb schätzt. Schließlich kann man ja zum Beispiel nicht wissen wie viele Testfälle benötigt oder wie viele Fehler während des Tests gefunden werden. In den Augen vieler findet man diese Zahlen nur in einer großen Glaskugel. Dem ist aber nicht so. Beim Testen gibt es, wie in allen anderen Managementdisziplinen auch, Regeln, Formeln und Metriken mit denen man viele Werte berechnen kann. Einer dieser Werte ist der Testüberdeckungsgrad, der das Verhältnis der getesteten Requirements (Anforderungen), bzw. Use Cases (Anwendungsfälle) gegenüber den definierten Requirements, bzw. Use Cases bestimmt.

Der optimale Testprozess

Wie sieht der optimale Testprozess aus? Genau so, wie es die Organisation gerade bzw. in naher Zukunft benötigt. Eine unbefriedigende Antwort, wenn man auf der Suche nach der einen Wahrheit bzw. dem Schema F zur Lösung aller Probleme ist.

Das Ausmaß und die Ausprägung des Testprozesses müssen sich immer an den Gegebenheiten in der Testorganisation und den Vorgaben der korrespondierenden Organisationen orientieren. Wie groß ist der Zeitrahmen eines Testprojektes? Wie etabliert ist das Testdepartment (so es denn existiert), um Forderungen nach Testbarkeit, frühe Einbindung in den Entwicklungsprozess, Ressourcen oder Prozessänderungen artikulieren und einfordern zu können? Sind die Rahmenbedingungen für die Einführung von Testautomatisierungen durch eine entsprechende Reife der zuliefernden Departments gegeben?

Aufgabenverteilung beim Testen – Spezialisierung oder Job-Rotation?

Testphasen in Projekten sind doch eigentlich immer durch hohen Zeitdruck geprägt – und das schlägt auch dann zu, wenn es darum geht die Aufgabengebiete oder Testfälle für den nächsten Testlauf unter den Testern zu verteilen.

Ich kenne es aus meiner Vergangenheit als Testmanager, dass man leicht dazu verführt wird immer den gleichen Experten für die gleichen Tests anzusetzen – schließlich hat man dann in der Regel das beste Ergebnis in der kürzesten Zeit. Dieser Kreislauf setzt sich weiter fort, da der Experte sich in seiner Expertise immer weiter von den Kollegen absetzt.

Doch was ist wenn dieser Experte auf einmal Urlaub hat, krank ist oder in einem anderen Projekt eingesetzt wird?