Effizienter Arbeiten durch Aufgabenangemessenheit

Schilderwald auf Deutschlands Straßen - Aufgabenangemessen oder nicht?

Vermutlich hat sich jeder von uns schon einmal über den Schilderwald auf deutschen Straßen geärgert. Allein über die Straßenverkehrsordnung sind rund 160 verschiedene Verkehrszeichen in Deutschland zugelassen – Tempolimits, Vorfahrtszeichen, Parkschilder, usw. Daneben gibt es unzählige Zusatzzeichen und Hinweisschilder.

All diese Schilder haben die Aufgabe den Verkehr zu regeln und uns sicher an unser Ziel zu bringen. Zu viele und überflüssige Verkehrsschilder binden aber unnötig unsere Aufmerksamkeit und erhöhen so die Unfallgefahr.

Bei Software ist es nicht anders. Was ist alles nötig um ans Ziel, die Lösung der Aufgabe zu kommen? Welche Informationen benötigen wir? In welcher Reihenfolge sollen Ein- und Ausgaben erfolgen? Zu viele Informationen, unnötige Eingaben oder umständliche Bedienerführung verursachen unweigerlich genervte Anwender und vermeidbare Fehler.

Doch wie kann man sicherstellen, dass Software aufgabeangemessen ist?

Warum der Anwender die Software steuern sollte und nicht umgekehrt?

Ehepaar auf einem Segelboot

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Im Urlaub bestimmt nicht mehr unser Terminkalender Zeit und Ort. Jetzt können wir die Richtung, das Ziel und die Geschwindigkeit zum und am Urlaubsort selbst festlegen. Dabei ist es vollkommen egal ob wir uns mit einem Segelschiff auf dem Mittelmeer treiben lassen oder 30 Städte in 14 Tagen besuchen. Wir haben das Ruder selbst in der Hand und bestimmen was, wann und wo wir etwas machen.

In unserem Alltag ist das leider nicht immer der Fall. Gerade weil wir in diesem Umfeld ständig mit Terminen, Formularen und Regeln konfrontiert sind, würden wir uns freuen, wenn wenigstens die kleinen und großen Software-„Helfer“ nicht noch ein Eigenleben entwickeln würden, sondern uns tatsächlich helfen, schneller und sicherer durch den privaten und beruflichen Alltag zu kommen. Sogar die ISO empfiehlt, dass Software uns, den Anwendern, das Steuer überlässt.

Was aber verbirgt sich hinter diesem Grundsatz der „Steuerbarkeit“?

Warum zu einem ergonomischen Arbeitsplatz auch ergonomische Software gehört

Mann mit Rückenschmerzen trotz ergonomisch gestalteten ArbeitsplatzRücken­schmerzen gehören zu den verbreitetsten Volks­krankheiten in Deutschland. Um Verspannungen, Hexenschuss oder Band­scheibenvorfall vorzubeugen wird heute viel Zeit und Geld in einen ergonomischen Arbeitsplatz investiert. Dabei denken die meisten wohl an ergonomische Büromöbel und auch an ihre Sitzposition, bzw. ab und zu mal Aufzustehen oder Herumzulaufen. Aber Rückenschmerzen haben sehr oft psychosomatische Ursachen, wie zum Beispiel Stress und dagegen hilft die richtige Sitzposition nur wenig.

Vermutlich kann jeder den Stress nachvollziehen: Man muss ganz dringend ein Ergebnis abliefern, aber das Programm das wir dazu brauchen lässt sich nicht starten, stürzt ab oder unser Notebook beschäftigt sich damit eine Sanduhr nach der Anderen anzuzeigen. Ein anderes Mal sind wir genervt weil die Software die wir verwenden sollen zum Lösen der Aufgabe nur bedingt geeignet, bzw. extrem umständlich zu bedienen ist.

Kann man diesen Stress verhindern? Ja, mit ergonomischer Software.

Warum rot-grün Blinde nicht nur Probleme mit Ampeln haben

Regenbogenwiese dargestellt mit unterschiedlichen FarbfehlsichtigkeitenBestimmt hat jeder schon einmal von rot-grün Blindheit gehört, aber können wir uns auch vorstellen wie sich die Welt verändert wenn man rot-grün blind ist? Klar ist, dass diese Menschen Probleme mit Ampeln haben und anhand der Position des Lichts entscheiden ob die Ampel rot oder grün ist. Aber was ist sonst noch anders? Mit einer starken Sonnenbrille kann ein normalsichtiger Mensch einen kleinen Eindruck davon gewinnen, wie es ist, wenn die Farben nicht mehr klar zu unterscheiden sind. Diese Brille kann man absetzen, ein farbfehlsichtiger Mensch hat diese Möglichkeit nicht.

Die im Volksmund so genannte rot-grün Schwäche tritt bei nur ca. 2% der Bevölkerung auf, aber ca. 10% der Bevölkerung leiden unter einer Farbfehlsichtigkeit, unter abgeschwächten Formen sogar 20%. Was mag diesen Menschen alles entgehen und wie kann man auch sie erreichen?

Barrierefreie Software – wer braucht denn so etwas?

Barrierefreie Software / barrierefreies InternetWir bewegen  uns heute ganz selbstverständlich in zwei Welten: der „Realen“ und der „Virtuellen“. Freunde treffen wir im Biergarten oder im Chatroom. Der Einkauf im Laden um die Ecke ist für uns genauso normal wie ganz bequem vom Sofa aus im Onlineshop. Was ist aber, wenn das alles nicht mehr so selbstverständlich ist?  Haben wir jemals darüber nachgedacht mit welchen Barrieren ein Mensch mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen tagtäglich zurecht kommen muss? Mit welchen Hindernissen müssen wir lernen umzugehen wenn wir erst zum „alten Eisen“ gehören. Und ich spreche jetzt von allen Barrieren die unsere Bewegungsfreiheit erschweren, also von Treppen und hohen Bordsteinen genauso wie zum Bespiel von zu kleinen Tasten, einer umständlichen Bedienung oder zu klein gedruckten Texten. Vieles davon findet man nicht nur in der „realen Welt“ sondern auch in der „virtuellen“.

Ein barrierefreies Internet kann allen zumindest in der „virtuellen“ Welt helfen sich ohne Barrieren zu bewegen. Aber wie muss man sich ein barrierefreies Internet vorstellen?

Warum es sich lohnt in Usability zu investieren

Unbenutzte Hardware, schlechte Usability

Wir alle haben das schon einmal erlebt. Wir haben uns etwas Neues gekauft. Lange haben wir danach gesucht, Testberichte gelesen und Funktionen verglichen. Endlich haben wir das Produkt gefunden, dass alle Funktionen hat, die wir uns wünschen. Wir packen es aus und nehmen es in Betrieb und dann die Enttäuschung: es hat zwar alle Funktionen, ist aber umständlich zu bedienen. Das Produkt, das wir so lange gesucht haben, verstaubt schließlich unbenutzt in irgendeiner Ecke.

Hersteller und Anbieter haben es sicher verschiedenen Tests unterzogen, aber dabei lag der Schwerpunkt auf der Funktion, während die Usability (in Deutsch „Gebrauchstauglichkeit“ oder Umgangssprachlich „Benutzerfreundlichkeit“) keine oder nur wenig Beachtung fand.

Das gilt natürlich für alle Arten von Produkten. Wie oft haben wir eine Internetseite verlassen,  weil wir dort nicht sofort gefunden haben wonach wir suchten, oder ärgern uns über Software, die wir in unserer täglichen Arbeit verwenden müssen, obwohl sie in unseren Augen umständlich zu bedienen d. h. eigentlich nur „Schrott“ ist.

Ein Usability-Test kann Abhilfe schaffen.

Die „Testing Night“ zum Image des Testens

Testing_Night_Hbf

Die Testing-Night im Münchner Hauptbahnhof

Die Organisatoren der „Testing Night“ in München haben offensichtlich ein Faible für ausgefallene Veranstaltungsorte. Frühere Ausgaben des Events fanden auch schon in einem Theater statt, in dem ansonsten Travestieshows zur Aufführung kommen. Die aktuelle Ausgabe der „Testing Night“ vom 23. April 2015 ging inmitten des Münchner Hauptbahnhofs über die Bühne. Dabei waren aufgrund des Lokführerstreiks Halle und Bahnsteige weitgehend entvölkert.

Außergewöhnlich war auch das Thema dieser „Testing Night“. Es ging nicht um Technik- oder Fachfragen aus dem Bereich des Testens. Die Überschrift der Veranstaltung lautete vielmehr: „Image des Testens – Quo Vadis?“ Die Wahl dieses Themas lässt vermuten, dass das „Image des Testen“ Anlass zur Sorge geben könnte. Die beiden Hauptvorträge sprachen jedoch eine andere Sprache.

Crowd-Testing: Usability-Test 2.0?

dance partyDie Crowd erfreut sich bei Unternehmen immer größerer Beliebtheit, denken Sie nur an Crowd-Funding, dem Finanzieren von Projekten durch die Masse über das Internet; Plattformen wie Kickstarter und Indiegogo sind hinlänglich bekannt und nicht mehr wegzudenken. Crowd-Sourcing dagegen dient dem Beziehen von Dienstleistungen, Idee oder Inhalten. Der klassische Arbeitnehmer wird ersetzt durch die anonyme Masse. Angeregt durch einen Artikel in der ct 1/2015 [1][2] über Click-Working im allgemeinen und dem „Test“ dessen im Selbstversuch, wollen wir den aktuellen Stand des Crowd-Testing im speziellen analysieren. Ultimativ wollen wir die Frage beantworten: Wie sinnvoll ist es für Sie Tests an die Crowd auszulagern?

Wozu ist Testautomatisierung gut?

Wozu ist Testautomatisierung gut?Ein Argument gegen die Testautomatisierung, welches mir immer wieder begegnet, lautet:

„Die Automatisierung kostet Zeit und hält mich vom Testen ab.“

Es stimmt, dass für die Einführung und Änderung einer Testautomatisierung Zeit und Arbeitskraft aufgewendet werden müssen. Leider entwickelt sich der Nutzen einer Testautomatisierung erst nach einer Investition und als solche muss das Automatisierungsprojekt auch gesehen werden. Hat man die Vorteile einer Testautomatisierung erst einmal erfahren, dann ist diese Aussage nicht mehr richtig. Je später damit begonnen wird, desto teurer wird die Einführung und desto länger dauert es, bis die automatischen Tests ihre Vorteile entwickeln.

Testen: Das Stiefkind der Informatik?

matryoshka dollsIm Januar 2015 verkündete das e-Print Archiv arXiv den 1 Millionsten Upload. (Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Blogs war der Zähler bereits auf 1.027.744 geklettert.) Nach Recherchen von Nature handelt es sich dabei um einen Artikel aus dem Bereich der theoretischen Statistik mit dem Titel „A Well Conditioned and Sparse Estimate of Covariance and Inverse Covariance Matrix Using a Joint Penalty.“ Wir wollen diesen Meilenstein zum Anlass nehmen und den Stellenwert des Testens in der Informatik analysieren.