Warum Sie bei Wissensmanagement nicht nur an Sharepoint denken sollten

sharepoint-zitrone-bearbeitet-B700„Wir haben doch Sharepoint!“ – das ist oft die Antwort auf Fragen zum Wissensmanagement in Unternehmen, geäußert mit einer Mischung aus Freude und Verzweiflung. Freude, weil man sich nicht über weitere technische Lösungen Gedanken machen muss. Verzweiflung, weil die meisten Anforderungen nicht einfach mal so umsetzbar sind.

Mit einem Hammer in der Hand wird jedes Problem zu einem Nagel. Das Tool alleine ist nie die Lösung. Es muss zur Kultur, zu etablierten Abläufen und nicht zuletzt zum eigentlichen Problem passen.

Erfolgreiches Wissensmanagement per E-Mail? Das geht! Wikis sind scheinbar auch nicht tot zu kriegen und dann haben wir noch nicht mal über die speziellen Anforderungen im Kundenservice gesprochen…

Wissen ist Macht – was wir von Tante Emma lernen können

Wissen durch Technik?

Betrat ein Kunde vor 60 Jahren einen kleinen Dorfladen, so erkannte die Besitzerin ihn schon vor Betreten des Ladens und konnte ihn direkt mit ‚guten Morgen Herr Richter‘ begrüßen. Sie kannte auch seine Frau und seine drei Kinder. Auf den älteren Sohn sprach sie ihn nicht an, weil der ‚auf Abwege geraten‘ war. Sie wusste noch viel mehr von Herrn Richter, z. B. wie er seinen Kaffee trank und kannte die Lieblingsteesorte seiner Frau. Sie konnte über ihr normales Sortiment hinaus noch viele andere Dinge des täglichen Bedarfs besorgen, Gummistiefel etwa oder ein neues Bügeleisen. Und natürlich wusste sie auch für alle ‚Servicefälle‘ Rat, schnell und persönlich. Wenn Herr Richter nicht genug Bargeld dabei hatte, konnte sie ganz entspannt Kredit geben – er hatte in den letzten 30 Jahren nie Rückstände gehabt.

Die Besitzerin des Ladens hatte übrigens 200 Stammkunden und sie kannte sie alle so gut wie Herrn Richter (*).

Heute ist alles anders, oder?