Wie kommunizieren wir morgen? Facebook contra WhatsApp und warum die Öffentlichkeit wieder überbewertet wird

Zukunft (Foto: unsplash)Diese Artikel-Miniserie gewährt Einblicke in die sich stark ändernde Welt der sozialen Netze und Messenger, Sie wird Ihnen neue Player wie Snapchat anhand von Use Cases vorstellen sowie das veränderte Kommunikationsverhalten der jüngeren Generationen erklären und darstellen.

Nähert sich die goldene Zeit von Facebook ihrem Ende?

Teil 1: Ein Abgesang auf Facebook und Hallo, Instagram!

Facebook hat seit geraumer Zeit ein dickes Imageproblem in den jüngeren Zielgruppen. Während mehr als ein Drittel der über 19-jährigen auch heute noch angeben, dass Facebook das coolste Netzwerk ist, so sehen das die Jugendlichen anders – Youtube, Instagram, Snapchat und eben WhatsApp werden deutlich cooler wahrgenommen.

Und WhatsApp hat bereits überholt: 30 Millionen Deutsche verwenden den Messenger. Nur – wie konnte das passieren?

Verschiedene Studien sagten bereits 2014 dem weltgrößten sozialen Netzwerk einen schleichenden Tod bis zum Jahr 2017 voraus. 2014 war dies ein unvorstellbares Bild, denn sowohl die Zugriffszahlen wie auch –zeiten erhöhten sich enorm und auch heute sind sie beeindruckend: Im Dezember 2015 gab es rund 1,59 Milliarden aktive Nutzer weltweit und auch in Deutschland nutzen 28 Millionen Menschen mindestens einmal im Monat den Dienst. Im Vergleich zum Dezember 2014 ein erneuter Anstieg von 14 Prozent.

Wo ist das Problem?

Die derzeit noch stattfindende „public is the new privacy“-Phase scheint generationsabhängig zu sein. Und während „ältere“ Generationen noch fröhlich Veranstaltungsfotos vom letzten Theaterbesuch posten, Katzenvideos kommentieren und sich politische Schlachten auf den öffentlichen Profilen von Tageszeitungen liefern, schleichen sich die Jungen ganz langsam weg. Schließlich ist es einfach uncool, wenn die Mutter und selbst die Oma mit einem auf Facebook befreundet ist und den eigenen Beziehungsstatus liken.

Die Werbeindustrie hat in den letzten Monaten ebenfalls etwas überreagiert. Und so scheint die eigene Timeline dermaßen von personalisierter Werbung zugepflastert, dass die relevanten Postings der eigenen Freunde überhaupt nicht mehr wahrgenommen werden können.

Facebook verkommt zum Werbeblättchen.

Doch darüber hinaus gibt es einen großen Unterschied in der Wahrnehmung in den Generationen: Der öffentliche oder teilöffentliche Austausch unter Freunden hat einfach an Bedeutung verloren.

Warum Mark Zuckerberg dennoch nicht weint

Auch wenn Begründer und CEO von Facebook, Mark Zuckerberg, sicherlich nicht ein immer schlechter laufendes soziales Netz mit all seinen Folgen im Sinn hatte, so reagierte er doch umsichtig, als er 2014 WhatsApp mit seinen damals 450 Millionen aktiven Nutzern im Monat kaufte. Zusammengefasst verschicken Nutzer von Facebook und WhatsApp heute 45 Milliarden Kurzmitteilungen.

Und auch das bildgewaltige und auf wirtschaftliche Sicht gut funktionierende Instagram gehört zum Konzern und wird jeden Monat von 400 Millionen Nutzern besucht. Instagram entstand erst im April 2012 und wurde im gleichen Monat für die unglaubliche Summe von einer Milliarde Dollar von Facebook gekauft. 2014 wurde es bereits mit 35 Milliarden Dollar bewertet – Tendenz stark steigend. Vor allem hochpreisige Marken tummeln sich mittlerweile auf dem Netzwerk und präsentieren ihre perfekt retuschierten Fotos und Kurzvideos. Und auch Blogger haben ihren Wert durch diesen Kanal noch einmal exorbitant steigern können und nehmen pro Veröffentlichung bis zu 90.000 Dollar ein!

Foto: unsplash (bearbeitet)

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