Die Stunde der Messenger – die Reduktion aufs Wesentliche?

Foto: Adam PrzezdziekDies ist der zweite Teil der Serie über neue Entwicklungen in Social Media und Instant Messenger wie zum Beispiel WhatsApp und Snapchat.

Bei WhatsApp gibt es – im Gegensatz zu Facebook – nur wenige Funktionen und auch diese sind sehr zielgerichtet auf die Kommunikation zwischen wenigen Personen ausgelegt. Diese klare Fokussierung, sowie die einfache und stark auf Mobilgeräte getriebene Bedienung, sprechen alle Generationen an. Und als angenehmes Extra gibt es die Werbefreiheit, welche laut dem Mitbegründer und Firmenchef Jan Koum auch in Zukunft Bestand haben wird.

Doch er betonte auf der letzten DLD Konferenz in München auch, dass WhatsApp künftig stärker in der Kommunikation zwischen Unternehmen und Verbrauchern mitmischen wolle und es schon ein künftiges Geschäftsmodell gebe.

Wie kann das zusammen gehen, ohne den ursprünglichen Anspruch zu verlieren? Und was macht eigentlich der Youngster Snapchat richtig?

WhatsApp wird erwachsen?

Noch ranken sich viele Mythen um die genaue Ausgestaltung dieser B2C-Offensive – doch wird Koum bei den derzeit stattfindenden Problemen bei Facebook genau hinschauen und die Fehler wie Werbespam statt echter Inhalte sicher nicht wiederholen. So ist davon auszugehen, dass WhatsApp bald offiziell als Kundenservicekanal genutzt werden kann und die Initiative hierbei auch weiterhin vom Endkunden ausgehen muss – „No-Ads-Policy“ sei Dank.

Der Youngster Snapchat

Als weiteres populäres Netzwerk ist Snapchat in den Fokus der jungen Generationen gerutscht und überholte unter den 18-34jährigen erst kürzlich den Microblogging-Dienst Twitter. Dieses Netzwerk besitzt durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit Instagram – es geht um Fotos, Fotocollagen und kurze Videoclips. Die Besonderheit ist jedoch, dass diese nach wenigen Sekunden verschwinden.

Natürlich gibt es verschiedene technische Möglichkeiten um die Inhalte auch dauerhaft zu konservieren, aber der spielerische und leichte Ansatz hat es in die Herzen der User geschafft. Auch hier versuchte Facebook mehrfach mittels hochpreisigen Kaufangeboten eine Übernahme – aber die Gründer blieben hartnäckig und behielten Recht: Der Wert der App wurde im September letzten Jahres bereits auf 19 Milliarden Dollar beziffert. Und mit 100 Millionen täglich aktiven Usern ist es ein ernst zu nehmender Verfolger von Instagram und Facebook.

Auch die Unternehmen entdecken langsam diesen Dienst. Durch die Kurzlebigkeit und die junge Zielgruppe sind neue Formate gefragt und neben einigen amerikanischen Colleges nutzt nun auch Goldman Sachs das Tool um einen Blick in ihren Arbeitsalltag zu zeigen und so Nachwuchs zu rekrutieren.

Eine typische Hochglanzanzeige wie auf Instagram oder auf eine kleine Zielgruppe angepasste Formate wie auf Facebook funktionieren auf Snapchat weniger. Muss sie aber auch nicht. Snapchat hat diverse andere Einnahmequellen und scheint da gesünder aufgestellt zu sein, als zum Beispiel Twitter. Und wenn man Filmchen oder Bilder doch noch mal sehen möchte, dann kann man als Benutzer dafür zahlen.

In den USA schauen die Snapchatter auf die Youtuber herab – das sind ja nur Konserven des Lebens. Snapchat passiert im Jetzt, ist direkter.

Die beliebteste Funktion heißt ‘Snapchat Stories’ und erinnert ein wenig an die Bravo Lovestories von früher: Eine Geschichte, erzählt an einer Zusammenstellung von Bildern und kurzen Videos, welche 24 Stunden abrufbar bleibt und dann verschwindet.

Denn Geschichten mögen wir doch alle, oder? Vor allem wenn sie so spannend sind, wie die Geschichte der Weiterentwicklung unserer Kommunikation und der Sozialen Netze.

Und, snappchatten Sie schon?

Hinweis: in Deutschland sind noch nicht alle Funktionen verfügbar, z. B. Paid Geofilters.
Foto: Adam Przezdziek (flickr)

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