Hundefutter, Eiscreme oder Champagner?

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Der ungewollt unappetitliche Begriff eating one’s own dogfood / dogfooding wird Microsoft zugeschrieben – drinking one’s own champagne oder icecreaming haben sich dagegen nicht so recht  durchgesetzt. All diese Begriffe bezeichnen den Umstand, dass ein Unternehmen Software, die es herstellt oder integriert, auch intern einsetzt. Das hat dann den Nebeneffekt, dass alle Beteiligten ein gesundes Eigeninteresse besitzen, eine tragfähige Lösung zu bieten. So ist es auch bei uns.

Bei brightONE führen wir gerade eine neue soziale Kollaborationslösung auf Basis von SharePoint 2013 ein. Erstes Ziel: Die SharePoint-2010-Kollaborationslösung zu ersetzen, die von der alten Mutter Tieto bereitgestellt wurde. Ich berichte hier über einige erste persönliche Beobachtungen unseres neuen digitalen Arbeitsplatzes namens brightCONNECT. Guten Appetit!

Kurz zu meiner Funktion in diesem Projekt – ich bin selbst Teil des Teams, das die Anforderungen für brightCONNECT erhoben und formuliert hat und helfe jetzt dabei, die frohe Kunde in die Organisation zu tragen. Insofern mag man mir Parteilichkeit unterstellen; ich hoffe aber, dass die folgenden Beobachtungen trotzdem wertvoll sind.

  1. Arbeits-Gegenstände und die Kommunikation darüber wachsen zusammen 
  • Eine Kernidee von brightCONNECT ist es, Email-Tsunamis bei der Abstimmung geteilter Dokumente zu verhindern. Daher haben wir Dokumenten-Bibliotheken jeweils sogenannte activity streams zur Seite gestellt – ähnlich Facebook. Diese machen es möglich, Arbeitsgruppen ohne Medienbrüche zu koordinieren und den Email-Kommunikations-Overhead zu verringern.
  • Noch Verbesserungspotenzial sehe ich in der Gestaltung der neuen Arbeitsräume in brightCONNECT. Die ersten Layout-Vorlagen basieren zwar auf einer umfangreichen Anforderungsanalyse, aber es fehlen noch Designs, die auch bei kleinen Bildschirmauflösungen reibungslos funktionieren und dabei eine geeignete Informationsdichte bieten. Standardmäßig sind SharePoint 2013-Vorlagen mit viel Weißraum ausgestattet, was der Übersicht nicht immer zuträglich ist.
  1. Suchen ist das neue Navigieren
  • Bisher waren unsere digitalen Arbeitsräume und persönliche Dokumentenablagen nicht vollständig durchsuchbar – die Kollegen waren beim Navigieren zum Hin- und Herklicken verdammt. Mit der neuen SharePoint-Suche ist es schon bei kleineren Dokumenten-Anzahlen viel komfortabler, Bekanntes wiederzufinden oder noch Unbekanntes nach Interesse zu filtern. Dokumenten-Vorschauen direkt auf den Ergebnisseiten tun ihr Übriges dazu, den Zugang zu vereinfachen.
  • Im Übergang von den alten zu den neuen Arbeitsräumen wird die Suche als Klebstoff dienen – solange noch nicht alle Bestands-Inhalte in brightCONNECT gelandet sind, werden sie über die Suche angebunden.
  1. Taxonomie und Folksonomie 
  • In brightCONNECT nutzen wir zum einen zentral vorgegebene inhaltliche Metadatenstrukturen, z. B. für unsere Organisationseinheiten und Standorte. Zum anderen steht es den Mitarbeitern auch offen, eigene Hashtags zu verwenden. Das sind selbstgewählte Begriffe, denen ein # vorangestellt ist, ähnlich wie bei Twitter. Wir beobachten die Nutzung dieser Hashtags genau: Derzeit zeigt sich bei den ersten Anwendern die Tendenz, öffentlich Tipps und Tricks mit dem Hashtag #goodtoknow zu posten. Folgt man diesem Begriff, erhält man kontinuierlich Tipps und Tricks in den eigenen Activity Stream, egal, wer das in die Runde schickt.
  • Das Betreuer-Team hat den Hashtag #helpme eingeführt und folgt diesem, um schnell über die ersten Hürden hinweghelfen zu können.

Wir befinden uns mitten in einem spannenden Einführungsprozess. Um am Puls zu bleiben und kontinuierlich nachsteuern zu können, sammeln wir zurzeit skaliertes und offenes Feedback, das zweiwöchentlich ins Entwicklungsteam getragen wird. Eine mehrstufige Nutzerbefragung ist geplant, um zu bestimmen, wie die Gebrauchstauglichkeit und Nützlichkeit bewertet werden und welche Auswirkungen die neuen Arbeitsmittel auf die Produktivität haben. Ich werde weiter darüber berichten.

Mir schmeckt unser „Hundefutter“ jedenfalls.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Einführung einer internen Kollaborationsplattform gemacht?

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