Unterschied zwischen Blog und Microblog für Unternehmen

In der losen Reihe „brightONE bringt Licht ins Enterprise 2.0-Konzept-Wirrwarr“ widme ich mich diesmal einer Frage, die mir ein Kunde im Workshop gestellt hat: Wenn ich einen Blog in meinem Intranet habe, wozu brauche ich dann noch einen Microblog à la Yammer, Tibbr oder Chatter? Warum sollte man yammern (nicht zu verwechseln mit „jammern“!), wenn man auch bloggen kann? Und warum yammern so viele Blogger, dass sie etwas gebloggt haben? Ist das nicht alles das gleiche?

Es ist nicht das gleiche, aber die Terminologie ist zugegebenermaßen verwirrend.

Das „Micro-“ bezieht sich auf den möglichen Inhaltsumfang. Rein formal ist ein einzelner Beitrag in einem Microblog deutlich kürzer als ein Beitrag in einem Blog. Eher 150–500 Zeichen statt 500–1000 Worte; ein Snack, keine volle Mahlzeit. Damit ist die Hürde, etwas beizutragen, deutlich geringer. Microblogs tendieren mehr noch als Blog-Beiträge dazu, persönlich gefärbt und „roh“ zu sein. Damit steigt die mögliche Frequenz der ausgetauschten Informations-Häppchen. Blogs und Microblogs erlauben es in der Regel, Beiträge zu kommentieren, aber bei Microblogs ist das Verhältnis von Autor und Kommentator egalitärer – sie stecken ungefähr gleich viel Hirnschmalz in ihre Beiträge.

Interessant bei Informations-Häppchen ist es, viele davon im Zusammenhang zu sehen. Sie setzen sich im besten Fall zu einem lebenden Mosaik zusammen. Microblog-Systeme nutzen dafür einen sogenannten Activity Stream. So ergibt sich eine Zeitlinie aller Beiträge, und der Leser erhält ein Gefühl davon, was der „Puls“ eines Unternehmens oder einer Gruppe von Kollegen gerade ist.

Nutzen von Micro-Blogs

Stellen Sie sich vor, sie arbeiten viel von unterwegs und von zu Hause und sind nur wenig persönlich im Büro. Wie stellen Sie eine Frage in die Runde derer, die gerade Zeit haben, ohne das E-Mail-Monster zu füttern oder eine Liste von Personen nacheinander am Telefon abzuklappern?

Microblogs sind ein Weg, schnell zu identifizieren, wer etwas weiß und ad hoc Antworten auf virulente Fragen zu erhalten. Fragen und Antworten verschwinden auch nicht in Email-Inboxen, sondern bleiben dauerhaft durchsuch- und auffindbar. Anders als beim Instant Messaging in Skype oder Lync geht es hier nicht um eine gleichzeitige Verbindung zwischen bekannten und präsenten Kommunikationspartnern. Der Fragende muss nicht einmal wissen, wer etwas weiß! Insofern schöpft Microblogging das Potenzial einer Organisation besser aus und bringt Wissensträger mit Wissenssuchenden in Kontakt. Auf diese Weise fällt es dann deutlich leichter, Ausnahmefälle zu regeln, für die es keinen etablierten Standard-Prozess und keine benannten Expertengruppen gibt. Auch Deloitte empfiehlt daher den Einsatz von Microblogs in seinem exzellenten Papier „Social Software for Business Performance“ (Link).

Probieren Sie es doch einmal selbst aus und machen Sie einen kostenlosen Firmen-Account bei Yammer auf. Wenn Sie weitergehende Fragen dazu haben, wie sich Microblogging für sie rechnet, wie es in ihre Firmenkultur und ihre System-Infrastruktur passt, stehen ich Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Verführung.

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